Was tun bevor Dow Jones, Dax & Co auf Talfahrt gehen?

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ZUSAMMENFASSUNG

 

Auf Abschwung-Phasen an den Finanzmärkten sind erstaunlich viele Anleger ziemlich schlecht vorbereitet.

Wir erleben grad die zweitlängste Hochphase an den Börsen – und sehen erste handfeste Anzeichen für eine Marktbereinigung in absehbarer Zeit.

Der Zeitpunkt eines Marktrückgangs ist nicht vorhersehbar. Wir haben 5 Tipps, wie man sich bereits vor einem Marktcrash vorbereiten kann.

Dow Jones, Dax & Co auf Talfahrt ?

 
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Wirtschaft und Börse verhalten sich wie ein Mann und sein Hund beim Spaziergang. Der Mann geht wie die Wirtschaft langsam und gleichmäßig weiter. Und die Börse ist wie der Hund, der ständig hektisch vor und zurück läuft.

André Kostolany, Spekulant (1906-1999)

 

 
 

1. Hausse und Baisse

 

Dow Jones, Dax & Co als nervöse Temperaturmesser der Wirtschaft

Nicht nur Kostolany war bewusst, dass auf eine längere Hausse an den Börsen auch unweigerlich die Baisse folgt. Alan Greenspan, ehemaliger US-Notenbankchef, meinte dazu: "Spekulationsblasen erkennt man erst, wenn sie platzen." Auch die Finanzprofis aus Banken und Wertpapierhäusern wissen, dass einmal der nächste Crash kommen wird. Nur spielt das für sie zunächst keine große Rolle - denn solange die Kurse steigen, wird verkauft und bleibt im Geschäft.

Aktienindex Standard&Poors500 von 1950-2018 (Quelle: Yahoo https://finance.yahoo.com)

Aktienindex Standard&Poors500 von 1950-2018 (Quelle: Yahoo https://finance.yahoo.com)

Immerhin erleben wir seit Anfang 2009 nun die mit über 9 Jahren zweitlängste Hochphase an den westlichen Börsen - die längste war 1987 bis 2000. Siehe den Aktienchart "Standard&Poors500".

 

Schlecht vorbereitete Anleger

Und niemand weiß genau, wann der Abschwung an den Märkten ansteht. Ob er eher abrupt oder schleichend kommt. Und wann seine Talsohle erreicht ist. Feststeht auch: Auf Abschwung-Phasen sind viele Anleger schlecht vorbereitet. Treffen emotionale, aber ungünstige Entscheidungen. Oder welche zum schlechten Zeitpunkt. 

So traf auch die Finanzkrise von 2007/2008 viele Anleger ziemlich überraschend. Obwohl schon 2005 Experten vor einer weltweiten Immobilienblase warnten, deren Platzen auch die Konjunktur erschüttern könnte. "Subprime"-Kredite an praktisch zahlungsunfähige Schuldner nährten eine Spekulation, die am Ende das Bankensystem ins Wanken brachte. Und der Welt ihre heftigste Wirtschaftskrise seit 80 Jahren bescherte. Und vielen Anlegern schwere Wertverluste in ihren Depots.


2. Was spricht für eine Abkühlung an den Finanzmärkten?

Einige handfeste Faktoren sprechen für einen Abschwung an den Finanzmärkten in absehbarer Zeit:

Geldmenge

Seit 2008 hat sich die globale Verschuldung auf 300 Billionen Dollar knapp verdreifacht. Die Notenbanken haben die Märkte seitdem mit sehr viel billigem Geld überschüttet. Vieles davon floss in Immobilien und an die Börsen. Mit dem Effekt steigender Preise und Kurse – somit der Bildung von Spekulationsblasen. Die Notenbanken werden auch ihre enormen Bestände an - in der Krise aufgekauften - Anleihen wieder abbauen.

 

Hoch bewertete Aktien

Die Bewertung vieler Börse-Unternehmen ist enorm gestiegen. Und im Zuge dessen auch deren Kurs/Gewinn-Verhältnis, ein wichtiger Indikator für das Preisniveau von Aktien. Bereinigt auf das Niveau von 1929 (Große Depression) und knapp unter dem von 2000 (Dotcom Crash). Siehe Chart „ A century of swings“ aus The Economist, The World in 2018, November 2017.

 

Zinsänderungsrisiko

Die Zinsen sind praktisch auf Nullniveau gedrückt. Die Weltwirtschaft brummt bei gleichzeitig niedriger Inflation. Die Wahrscheinlichkeit von Zinsänderungen steigt. Womit der Anleihenmarkt folglich starke Rückschläge erleiden könnte.

Spekulationsexzesse

Im Übergang von Hausse zur Baisse platzen bereits die ersten einzelnen Spekulationsblasen. Oft auf Kosten kleinerer, unerfahrener Marktteilnehmer. Ob 2000 die Internet-Startups, 2007 der US-Immobilienmarkt, 2018 Bitcoin. Wie als Vorboten einer tiefergreifenden Marktbereinigung, die danach folgt.

Regionale oder politische Unwägbarkeiten

Einige Beispiele? zu hoch bewertete regionale Immobilienmärkte, eine politisch instabile Europäische Union; die Verschuldung Chinas; die Haushalte in den USA mit mehr Schulden als vor 10 Jahren


Was ist also vor einer Krise zu tun?

5 Tipps für Ihr Depot, Gold und sonstiges Investment

 
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1 Zusammenhänge verstehen

Versuchen Sie sich selbst ein Grundwissen rund um die Themen Wirtschaft, Finanzen und Wertpapierveranlagung anzueignen. Je besser Sie die Zusammenhänge zwischen diesen Themen verstehen, desto besser und sicherer können Sie Ihre finanziellen Entscheidungen treffen. Kaufen Sie deshalb auch nur Anlageklassen und Investmentprodukte, die Sie auch wirklich verstehen.


2 Diversifikation - verteilen Sie Ihre Investments

Also auf Spareinlagen, Anleihen, vor allem auf Sachwerte wie Aktien, Gold, Immobilien, Derivative, Privatbeteiligungen, Luxussachwerte. Diversifizieren Sie auch innerhalb einer Anlageklasse, vor allem bei Wertpapieren. Ausgerichtet aber nicht nach Prinzip Zufall, sondern nach einer langfristigen Strategie. Und gewichtet danach, wieviel Risiko Sie nehmen wollen.

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3 Schaffen oder behalten Sie sich Liquidität

Spar- und Giroguthaben bei der Bank bringen Ihnen derzeit zwar wenig Ertrag, sind allerdings in Krisenzeiten hilfreich. Denn sie hält Sie in allen Lebensphasen flexibel. Viele besonnene Anleger nutzen solche Übergangsphasen, um zu verkaufen. Um damit Liquidität zu schaffen. Und am Ende oder nach der Krise zu günstigen Kursen wieder kaufen zu können.


4 Nutzen Sie Ihren Experten und Berater

Eigentlich der wichtigste Tipp. Denn: All das zuvor Gesagte ist für jeden schwer allein zu bewältigen. Checken Sie also die finanzielle „Großwetterlage“ mit Ihrem Private Banker oder Anlageberater. Er beschäftigt sich täglich mit all diesen Themen. Diskutieren Sie mit Ihm, hinterfragen Sie seine Aussagen, versuchen Sie die Zusammenhänge herzustellen. Um eine gut abgesicherte Entscheidung für Ihr Vermögen treffen zu können. Ein guter Banker oder Berater steht deshalb im engen Austausch mit Ihnen. Gerade auch in den schwierigen Marktphasen sollte er sich aktiv bei Ihnen melden und Ihnen mit Rat zur Seite stehen. Er sollte Ihnen nicht primär Produkte verkaufen, sondern Sie regelmäßig über die aktuelle Lage an den Märkten informieren.

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5 Nutzen Sie auch andere Berater und Banken

Ein Blick über den vertrauten Tellerrand hinaus kann Ihnen zeigen, was Ihnen andere Banken oder Berater anbieten können. Nicht wenige Anleger nutzen deshalb nicht nur eine, sondern zwei oder drei Privatbanken. Um ein breiteres Spektrum an Expertise und Leistungen zu erhalten. Auch eine Art Diversifikation. Einen Überblick über alle Privatbanken finden Sie auf www.privatbankchecker.com/suche-privatbanken bzw. über die Banken in Ihrer Nähe auf www.privatbankchecker.com/standort-suche.

 

 
 
Mag. Philipp Mayerhofer Co-Founder Privatbankchecker

Mag. Philipp Mayerhofer

Co-Founder Privatbankchecker

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