Begriffs-Wiki

Hier werden die gängigsten Begriffe aus der Welt der Finanzen & Privatbanken erklärt.

+ Aktien

Das Eigentum an einer Aktiengesellschaft ist in Bruchteile unterteilt, die durch Aktien verbrieft sind. Aktionäre haften in Höhe des Nennwerts der Aktien und werden durch die Zahlung von Dividenden am unternehmerischen Erfolg, d.h. am Gewinn der AG beteiligt. Im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung hat ein Aktionär die Möglichkeit, über die Gewinnverwendung etc. zu entscheiden. Während Stammaktien dem Besitzer ein Stimmrecht pro Aktie zusichern, haben Vorzugsaktien kein Stimmrecht, erhalten in der Regel jedoch eine etwas höhere Dividende als Stammaktien.

+ Alternative Investments

Unter dem Begriff Alternative Investments werden alle Anlagemöglichkeiten zusammengefasst, die über die traditionellen Anlagen in Aktien und Anleihen hinausgehen. So gehören beispielsweise Hedgefonds, Private Equity und Rohstofffonds zu den alternativen Investments. Bei dieser Anlageart kommen mitunter komplexe Finanzinstrumente zum Einsatz.

+ Anleihen

Anleihen gehören zur Anlageklasse der festverzinslichen Wertpapiere. Vereinfacht ausgedrückt sind Anleihen kleingestückelte Kredite. Die Anleger leihen für einen bestimmten Zeitraum Kapital und erhalten im Gegenzug Zinsen. Die beiden bedeutendsten Anleiheformen sind Staatsanleihen, bei denen der Staat als Schuldner auftritt, sowie Unternehmensanleihen, bei denen ein Unternehmen als Schuldner auftritt. Anleihebesitzer erhalten ihre regelmäßige Rendite in Form von Zinszahlungen. Die Zinsen richten sich wiederum nach der Bonität, auch Zahlungsfähigkeit genannt. Je geringer die Bonität, desto höher die Zinsen und je höher die Bonität, desto niedriger die Zinsen. Dennoch handelt es sich bei Anleihen um eine relativ sichere Anlageform, da der Emittent das Kapital am Laufzeitende grundsätzlich zu 100 Prozent zurückbezahlt.

+ Asset Management

Asset Management ist die englische Bezeichnung für die professionelle Vermögensverwaltung und wird von Privatbanken und von unabhängigen Vermögensverwaltern angeboten. Aufgrund der intensiven Arbeit, die durch die Verwaltung von Vermögen entsteht, wird das Asset Management erst ab einem höheren Vermögen angeboten. Entscheidungen, was mit dem Kapital der Kunden geschieht, werden vom Vermögensverwalter getroffen. Das Asset Management geht über die beratende Tätigkeit hinaus. Kunden sind sowohl private als auch institutionelle Investoren.

+ Bonds

= Anleihen

+ Dachfonds

Dachfonds investieren ihr Fondsvermögen in andere Fonds, die sogenannten "Zielfonds". Dachfonds werden im Englischen "fund of funds" genannt.

+ Derivate

Derivate sind Finanzinstrumente, deren Preise sich nach den Kursschwankungen oder den Preiserwartungen anderer Investments richten. Derivate sind so konstruiert, dass sie die Schwankungen der Preise dieser Anlageobjekte überproportional nachvollziehen. Daher lassen sie sich sowohl zur Absicherung gegen Wertverluste als auch zur Spekulation auf Kursgewinne des Basiswerts verwenden.

+ ETF

ETF steht für die englische Bezeichnung Exchange Traded Funds. ETFs sind Investmentfonds, die direkt über die Börse ge- und verkauft werden können. In seiner ursprünglichen Bedeutung umfasst der Begriff sowohl die aktiv als auch die passiv gemanagten börsengehandelten Fonds. Letztere bilden die Wertentwicklung eines Basisindex ab. Durch eine direkte Anlage in die im Index enthaltenen Wertpapiere - z.B. Aktien, Anleihen - erreichen ETF-Anbieter, dass die Wertentwicklung des ETF nur minimal von der des Basisindex abweicht. Das Ziel von passiv gemanagten ETFs ist es, den Vergleichsindex abzubilden; aktiv gemanagte ETF-Produkte zielen darauf ab, den Index zu schlagen.

+ Ethikfonds

Ein Ethikfonds (oft auch ethisch-ökologischer Fonds oder kurz Nachhaltigkeitsfonds genannt) ist ein Investmentfonds, dessen Strategie nicht nur auf das Erzielen einer möglichst großen Rendite ausgerichtet ist, sondern auch auf ethische Aspekte. Er hält sich an Prinzipien des ethischen Investment (englisch: Socially Responsible Investing) und investiert nur in solche Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften. Meist handelt es sich dabei um einen offenen Aktienfonds, seltener um einen Rentenfonds.

+ Ethische Investments

Ethische Investments sind Geldanlagen, die neben den wirtschaftlichen Anlagezielen Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit auch ethische bzw. nachhaltige Wertvorstellungen des Anlegers berücksichtigen. Oft wird auch von ethisch-nachhaltiger Geldanlage, nachhaltigem, ökologischem und sozial verantwortlichem Investment gesprochen. Im Englischen spricht man auch von Socially Responsible Investments, kurz SRI.

+ Family Office

Ein Family Office ist meistens in Privatbesitz und unterstützt wohlhabende Familien bei der Verwaltung, Organisation und Erhalt des Familienvermögens. Man unterscheidet zwischen "Single Family Office", d.h. es wird nur eine Familie unterstützt, und "Multi Family Office" - mehrere Familien werden betreut und beraten. Ein professionelles Family Office bietet Dienstleistungen an wie Vermögensplanung, Vermögensverwaltung (inkl. Vermögenskonsolidierung und Überwachung der Performance), Treuhanddienste, Philanthropie-Services, Steuer- und Rechtsberatung, Nachlass- und Nachfolgeplanung, Risikoüberwachung und administrative Unterstützung.

+ Fonds

Fonds ist die Kurzbezeichnung eines offenen Investmentfonds und bietet die Möglichkeit, Kapital anzulegen. Die Kapitalanlagegesellschaft sammelt Geld von verschiedenen Anlegern und investiert dieses nach festen Prinzipien in unterschiedliche Anlagebereiche. Fonds müssen auf ein ausgewogenes Anlagerisiko achten. Das heißt, sie müssen das Geld auf verschiedene Anlagebereiche streuen. Eine Investition in nur eine Aktie oder in nur eine Immobilie ist somit nicht möglich. Bei einem offenen Fonds gilt die Kapitalanlagegesellschaft als Eigentümer über das Fondsvermögen. Die Besitzer der Anteilsscheine werden jedoch theoretisch Miteigentümer am Fondsvermögen und haben dadurch einen Anspruch auf Auszahlung des Gewinns und darauf seinen Anteil entsprechend des jeweiligen Rücknahmepreises zurückzugeben.

+ Futures

Futures oder Terminkontrakte sind börsengehandelte Termingeschäfte. Im Gegensatz zu Optionen handelt es sich bei Futures um ein unbedingtes Termingeschäft, es gibt also kein Optionsrecht, sondern der Kauf oder Verkauf findet in jedem Fall statt. Je nach Basiswert unterscheidet man zwischen Terminkontrakten auf Wertpapiere (financial futures), wie z. B. Aktien, Anleihen, Indizes oder Währungen, oder Waren bzw. Rohstoffe (commodity futures). Der Handel mit Futures und Optionen wird überwiegend von professionellen Händlern betrieben.

+ Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds werden mit einem bestimmten Fondsvermögen für ein vorher festgelegtes Projekt aufgelegt. Die Anzahl der Fondsanteile ist begrenzt. Geschlossene Fonds können zum Beispiel in Immobilien, Anlagen für erneuerbare Energien, Infrastruktureinrichtungen, Unternehmensbeteiligungen (in Form von Venture Capital oder Private Equity) u.v.m. investieren. Die Investition ist zeitlich befristet. Sobald alle Anteile verkauft sind, gibt die Fondsgesellschaft keine weiteren mehr aus. Der Fonds wird "geschlossen".

+ Impact Investing

Impact Investments sind Investments, die neben finanziellen Renditen positive gesellschaftliche Auswirkungen bezwecken.

+ Institutionelle Anleger

Institutionelle Anleger sind alle juristischen Personen wie Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften, aber auch Unternehmen, die ihre Pensionskassen in Wertpapieren anlegen oder ihre Fremdwährungsbestände absichern.

+ Option

Unter Option versteht man ein geltend zu machendes Recht, ein bestimmtes, vertragsmäßig vereinbartes Angebot innerhalb einer bestimmten Frist anzunehmen oder abzulehnen. Der Käufer einer Option erhält das Recht, einen Basiswert (Aktie, Index, Rohstoff oder Devise), innerhalb einer festgelegten Laufzeit zu einem bestimmten Preis, genannt Basispreis, zu erwerben (Call-Option) oder zu veräußern (Put-Option). Der Verkäufer einer Option, genannt Stillhalter, verpflichtet sich zur Lieferung des Basiswertes bzw. zur Zahlung des Differenzbetrages und erhält dafür eine Prämie. Steigt der Basiswert bis zum Laufzeitende deutlich an, erzielt der Käufer einer Call-Option einen Gewinn. Ein Profit entsteht, wenn sich der Kurs des Basiswertes oberhalb des Basispreises befindet. Der Käufer einer Put-Option, erzielt einen Gewinn, sofern der Basiswert bis zum Laufzeitende stark fällt. Ein Profit entsteht, wenn der Preis des Basiswertes unterhalb des Basispreises liegt.

+ Private Equity

Private Equity ist eine Form von Beteiligungskapital, das nicht an der Börse gehandelt werden kann. Kapitalgeber sind oftmals Kapitalbeteiligungsgesellschaften, die genau auf diese Art der Beteiligungsform spezialisiert sind. Der Kapitalgeber erwirbt für einen begrenzten Zeitraum durch seine Beteiligung Unternehmensanteile und kann so finanzielle Rendite erwirtschaften. Um die Rendite so attraktiv wie nur möglich zu gestalten, suchen sich Private-Equity-Gesellschaften gezielt Unternehmen aus, die ein gutes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite vorweisen können und somit einen hohen sowie stabilen Cashflow haben.

+ Privatstiftung

Eine Privatstiftung ist eine Bündelung von Vermögen. Das Vermögen, das in der Stiftung gebündelt wird, muss einem bestimmten Zweck gewidmet sein. Der Zweck muss erlaubt und vom Stifter bestimmt sein. Nicht erlaubt ist das Betreiben einer Handelsgesellschaft in Form einer Privatstiftung. Ebenso untersagt ist eine gewerbsmäßige Tätigkeit, die über eine bloße Nebentätigkeit hinausgeht. Außerdem darf die Privatstiftung nicht unbeschränkt haftender Gesellschafter einer Personengesellschaft sein. Der Stifter selbst muss aber nicht unbedingt eine natürliche Person sein. In Frage kommen mehrere natürliche Personen, also eine Personengemeinschaft, oder eine bzw. mehrere juristische Personen. Ausnahmen gibt es für Privatstiftungen von Todes wegen. Diese dürfen nur einen Stifter haben. Die Stiftungen haben zumindest einen Begünstigten. Das ist jene Person, die in der Stiftungserklärung als begünstigt angegeben ist. Enthält die Erklärung keinen Begünstigten, so ist eine Stelle anzugeben, die den Begünstigten festzulegen hat. Wenn der Zweck der Stiftung auf Begünstigung der Allgemeinheit gerichtet ist, kann eine Festlegung unterbleiben. Der Sitz der Privatstiftung muss zwingend im Inland sein. Zudem ist der Privatstiftung ein Vermögen im Wert von mindestens Euro 70.000,- zu widmen.

+ Venture Capital

Beteiligt sich eine Private-Equity-Gesellschaft mit Eigenkapital an einem jungen innovativen Unternehmen, spricht man auch von Risikokapital oder "Venture Capital", da solch eine Beteiligung durch eine höhere Risiko-Rendite gekennzeichnet ist. Das Risiko einer Beteiligung ist deshalb höher, weil es sich meistens um Unternehmen handelt, die gerade erst gegründet wurden und sich noch am Anfang des Branchen-Lebenszyklus befinden. Deshalb sind die Erträge, die die Venture-Capital-Gesellschaft erwirtschaften kann noch nicht abschätzbar. Je nachdem kann es für sie zu einem Totalverlust oder aber auch zu einer überdurchschnittlich hohen Rendite kommen. Neben Kapital wird dem Startup bei dieser Art der Beteiligung oftmals auch betriebswirtschaftliches Know-How seitens des Kapitalgebers bereitgestellt, um die Beteiligung möglichst risikofrei zu gestalten. Der Kapitalgeber hilft so beispielsweise beim Aufbau von Geschäftskontakten und unterstützt die Jungunternehmer in betriebswirtschaftlichen Entscheidungen. Im Gegenzug werden der Venture-Kapital-Gesellschaft bestimmte Mitspracherechte eingeräumt, die über die gängigen Rechte im Rahmen einer Beteiligung hinausgehen.

+ Venture Philantropie

Venture Philantropie bezeichnet einen Ansatz der Philanthropie, der sich stark an unternehmerischen Prinzipien orientiert. Venture Philanthropie setzt Private Equity bzw. Risikokapital ein, um soziale, ökologische oder gesellschaftliche Vorhaben zu unterstützen. Anders als Stiftungen oder Spender kann die Venture Philanthropie verschiedenste Finanzierungsformen nutzen, etwa Darlehen und Eigenkapital. Empfänger der bereitgestellten Gelder sind zum Beispiel Non-Profit-Organisationen und Sozialunternehmen. Neben dem finanziellen Engagement unterstützen Vertreter der Venture Philanthropie die geförderten Vorhaben auch mit Mentoring, Beratung und Netzwerkkontakten (Drei-Säulen-Modell). Sie nutzen Methoden des Venture Capitals und aus der Wirtschaft, um die jeweilige Organisation über längere Zeit hinweg professionalisieren zu helfen und so deren Arbeit möglichst effektiv zu machen.

+ Vermögensberatung

Als Kunde erhält man vom Private Banker Anlagevorschläge, aus denen der Kunde allein oder auch in Abstimmung mit dem Bankberater bzw. seinem Steuerberater auswählen kann. Laufende Anlageentscheidungen trifft der Kunde allein - meist auf Basis von Vorschlägen des Bankberaters.

+ Vermögensverwaltung

Als Kunde gibt man der Bank den Auftrag, das Vermögen nach festgelegten Grundsätzen, z. B. Risikoeinstufung, zu verwalten. Der Kunde nimmt nicht direkt Einfluss auf einzelne Anlageentscheidungen, sondern überlässt der Bank diese Entscheidungen und somit auch die Kontrolle über der Wertentwicklung.

+ Vermögenswerte

Ein Private Banker fragt den Kunden im Zuge des Beratungsgesprächs nach dessen Vermögenswerten. Zu den Vermögenswerten zählen sowohl materielle Werte, auch "Sachwerte" genannt, und Buchwerte. Ein klassisches Beispiel eines materiellen Wertes sind Immobilien. Aber auch Edelmetalle, Edelsteine, Schmuck, Antiquitäten und Kunstgemälde gehören zu den Sachwerten und stellen einen Vermögenswert dar. Buchwerte hingegen sind Beträge, die nur auf dem Papier vorhanden sind wie etwa Geldguthaben auf Konten. Allerdings stellen auch Wertpapiere Buchwerte da, sofern sie nicht als effektive Stücke physisch vorhanden sind. Werden Anleihen oder Aktien auf einem Depot verbucht, so spricht man von einem Wertpapierguthaben.

+ Zertifikate

Zertifikate zählen zu den strukturierten Produkten und sind börsennotierte Wertpapiere, deren eigener Preis aus den Kursen anderer Vermögenswerte abgeleitet wird. Dies können Börsenindizes, Aktien oder auch Rohstoffe und Anleihen sein. Im Gegensatz zu anderen Wertpapieren wie Aktien, Anleihen oder Investmentfonds folgt die Preisberechnung bei Zertifikaten also nicht aus Angebot und Nachfrage nach dem Zertifikat selbst, sondern wird wesentlich durch die Kursbewegungen des jeweils indirekt über Finanzderivate abgebildeten Vermögenswertes (Basiswert) bestimmt. Dabei gelten in der Regel klar definierte "Wenn-Dann"-Bestimmungen, die festlegen bei welchem Kursverlauf des Basiswertes mit welcher Rückzahlung zu rechnen ist.